Zehn Fragen an Jürgen Rieger

Interview durchgeführt von Petr Kouzmitchev am 29. März 2006


Erstveröffentlichung


Heute wollen wir Ihnen ein Gespräch mit Herrn Jürgen Rieger präsentieren. Jürgen Rieger ist ein angesehener deutscher Politiker, Vertreter des rechten Flügels des politischen Spektrums Deutschlands, Publizist, Verleger, Rechtsanwalt vom Beruf.

Frage: Sehr geehrter Herr Rieger, in letzter Zeit hört man zwar einerseits viel über das Gerichtsverfahren in Mannheim, andererseits mangelt es an Informationen aus erster Hand. Wer ist Ernst Zündel, was geschieht in Mannheim, und warum verteidigen Sie diesen Mann?

Jürgen Rieger

Antwort: Ernst Zündel hat erst von Kanada, dann von den USA aus Bücher und Videos versandt, auch Rundfunksendungen betrieben, in denen er seiner Überzeugung Ausdruck gegeben hat, daß es den Holocaust nicht gegeben habe. Er hat ferner seine Auffassungen ins Internet gestellt (zundel-site). Um nachzuweisen, daß es keine Gaskammern in Auschwitz, Majdanek und Treblinka gegeben habe, hat er den amerikanischen Gaskammerexperten Leuchter, der von den dort existierenden drei Gaskammern eine gebaut und zwei verbessert hat, in die Konzentrationslager geschickt, der dazu ein Gutachten abgegeben hat, wonach es in den vorgezeigten Menschengaskammern unmöglich Vergasungen mit Zyklon B gegeben haben könne. Dies alles zu sagen, war und ist in den USA und Kanada nicht strafbar; unter Terrorismus-Vorwand wurde Zündel dann aber zwei Jahre in Abschiebehaft gehalten und nach Deutschland abgeschoben. In Deutschland ist die "Leugnung des Holocaust" strafbar, und ein Haftbefehl gegen ihn existierte seit 1996. Da er nach wie vor deutscher Staatsbürger geblieben ist und die Internet-Beiträge auch in Deutschland abgerufen werden konnten, hat Oberstaatsanwalt Klein in Mannheim die Zuständigkeit bejaht und dort das Verfahren eingeleitet. Ich persönlich bin der Auffassung, daß vieles von dem, was Ernst Zündel geschrieben hat, historisch zutreffend ist, bin darüber hinaus der Auffassung, daß zeitgeschichtliche Fragen nicht durch Gerichte entschieden werden sollen, sondern durch Historiker, und verteidige deshalb Zündel.

Frage: Betrachten wir die Ereignislandschaft aufmerksam, so wird uns klar, daß der Mannheimer Prozeß, der Russenmarsch am 4. November 2005 in Moskau, die Revolten und der Herbstaufstand in Frankreich sowie der Angriff auf eine Synagoge in Moskau am 11. Januar 2006 als eine Ereigniskette zu betrachten sind. Ist das der Beginn des Rassenkrieges, von dem William Pierce in seinen Turner-Tagebüchern* vor mittlerweile über 30 Jahren schrieb? Wie sind Ihre Meinung und Ihre Prognose hinsichtlich dieser Situation?

Antwort: Ich kenne Die Turner-Tagebücher, bin auch überzeugt, daß die USA – wie dort beschrieben – auf einen Rassenkrieg zutreiben. Allerdings hat der Verfasser den Zeitraum etwas zu früh angesetzt. Das, was „multikulturelle“ Gesellschaften (richtiger: multirassische) erwartet, ist regelmäßig der Rassenkrieg. Ob wir den Völkermord in Ruanda-Burundi sehen, die Verfolgung von Russen und anderen Weißen (auch Deutschen) in muslimischen Ländern, die früher zur Sowjetunion gehörten, die Rassenkrawalle in England oder den USA, die wochenlangen Brände in Frankreich, das Anzünden von Dutzenden von Moscheen in den Niederlanden, nachdem ein islamkritischer Filmproduzent erstochen worden war, die Auseinandersetzungen in Kaschmir usw., alles das beweist, daß dieses Jahrhundert nicht friedlicher werden wird als das letzte Jahrhundert. Allerdings ist zu hoffen, daß anders als im letzten Jahrhundert die Weißen sich nicht gegenseitig dezimieren werden, sondern – ganz einfach deswegen, weil sie zu einer Minderheit geworden sind – enger zusammenrücken werden, und wenn auch nicht immer zusammenarbeiten werden, so sich doch nicht mehr bekriegen (allerdings sind die USA ein Sonderfall, die einerseits jüdisch dominiert sind, andererseits an einer unglaublichen Selbstüberheblichkeit leiden, weswegen sie meinen, nicht mit anderen zusammenarbeiten zu müssen).

Frage: Es ist nicht auszuschließen, daß die Kopzew-Affäre als Anlaß zu weiterer Offensive seitens der RF-Behörden instrumentalisiert und wieder einmal gegen die Russen in ihrem eigenen Land verwendet wird. Damit meine ich sowohl die mögliche Verschärfung der Gesetzgebung als auch weitere Repressalien gegen die nationalbewußte Jugend. Die Indizien dafür sind bereits vorhanden: So hört man in diesem Zusammenhang an allen Ecken und Enden jene Stimmen, die uns unermüdlich von der Eskalation sog. "rechter Gewalt", Menschenfeindlichkeit, mangelnder Toleranz im Lande usw. ins Ohr flüstern. Andererseits, wenn man sich an die Widerstandsaktion von Sergej Nazarenko erinnert (Anmerkung: Sergej Nazarenko, auch Ivan der Stürmer genannt, Student, Anführer der patriotischen Zelle "Ostfront", Ort: Wladiwostok. Im Herbst 2005 wurde Nazarenko für die Tötung eines Asiaten zu 13 Jahren Haft verurteilt. Eine zweite Tötung, die man Nazarenko unterschieben wollte, konnte vor den Geschworenen nicht glaubhaft gemacht werden.) oder an die angeblich nicht rituelle Tötung von fünf Jugendlichen russischer Abstammung in Krasnojarsk am 16.4.05, welche von Medien weder ausreichend erörtert, noch als menschenfeindlich bewertet wurden, merkt man, daß diese Stimmen plötzlich entweder ganz andere Töne anschlagen oder aber ganz verstummen. Es versteht sich von selbst, daß man eine solche Stellungnahme in den Medien als Voreingenommenheit betrachten könnte und diese Voreingenommenheit uns nicht neu ist. In der Tat: Im heutigen Rußland sind Russen ein an sich "fremdes" Volk – das ist kein Geheimnis, vielmehr ist das eine traurige Tatsache, die wir nicht übersehen dürfen. Die Lage ist ernst und erinnert uns an die Weimarer Republik: Entrechtung und Vernichtung des Volkes durch die Fremden mit "stillen" Mitteln wie "Versuchung und Korruption des Westens" (Dr. Goebbels, November 1925). Zum Glück haben die Deutschen es damals geschafft, die rote Pest zu stoppen, die liberalen Konzepte des Westlertums über Bord zu werfen und das Land vor dem Zerfall zu retten. Wie war das möglich? Welche Mittel, deren sich die Deutschen damals bedient haben, könnten uns im heutigen Ringen in Rußland gute Dienste leisten?

Antwort: Ich gehe davon aus, daß die One-World-Kräfte, denen nichts so sehr zuwider ist wie selbstbewußte, nationaldenkende und nicht durch Multirassismus zerrissene Völker, alles versuchen werden, Rußland genauso in den Niedergang zu ziehen wie die anderen westlichen Staaten auch. Diejenigen, die für sich selbst jegliche Rassenmischung konsequent ablehnen, wollen sie natürlich für andere, um einen konfliktbehafteten Einheitsbrei zu haben, den sie leichter beherrschen können. Die heutige Situation in der Bundesrepublik ist schlimmer als in der Weimarer Republik; ich kann mir aber nicht vorstellen, daß die Verhältnisse in Rußland schon so schlimm sind wie in der Weimarer Republik. Dies glaube ich deswegen, weil insgesamt gesehen dem russischen Volk durch die Führung kein Schuldgefühl eingeimpft wurde. Schuldgefühle hindern daran, die eigenen Interessen nachhaltig und mit vollem Einsatz zu vertreten. Was den Liberalismus angeht, hat das russische Volk auch lange Jahrhunderte durch die Mir-Verfassung ein starkes Gemeinschaftsgefühl gehabt, auch innerhalb der Familie, was sicherlich noch positiv nachwirkt und einen Gegenpol bildet. Ich nehme nicht an, daß dies durch den Kommunismus restlos beseitigt worden ist, sondern daß das Gemeinschaftsdenken immer noch vorhanden ist. Deswegen glaube ich, daß das russische Volk noch mehr immun gegen den westlichen Liberalismus ist, als es das deutsche Volk derzeit ist. Gleichwohl bin ich aber davon überzeugt, daß sowohl das russische wie das deutsche Volk den westlichen Liberalismus überwinden bzw. gar nicht erst zur Herrschaft kommen lassen werden. Dies deshalb, weil die Konflikte der Zukunft dazu führen werden, Gemeinschaft zu suchen, und zwar insbesondere gegen Rassenfremde. Dazu ist es erforderlich, Stolz auf das eigene Land zu entwickeln, die eigenen Streitkräfte auszubauen, die eigene Geschichte hochzuhalten und jede Form von Globalisierung, One-World-Denken und Zersetzung der eigenen Werte konsequent zu bekämpfen. Rassefremdes Denken und rassefremde Menschen müssen von der politischen Leitung des eigenen Volkes ferngehalten werden. Dieses Konzept ist überall auf der Welt richtig.

Voraussetzung für ein grundsätzliches Neubesinnen ist existentielle Not. Als noch die „goldenen zwanziger Jahre“ existierten, 1928, hatte Hitlers NSDAP 2,8 %. Zwei Jahre später war die NSDAP mit über 20 % zweitstärkste Partei. Dazwischen lag die Weltwirtschaftskrise 1929, die zu Arbeitslosigkeit, Bankenzusammenbrüchen und zahlreichen Firmenkonkursen geführt hat. Die Menschen bewegen sich erst dann aus ihrem bisherigen Trott, wenn sie in einer Notsituation sind. Dann sind sie bereit, über ihr Schicksal nachzudenken, und dann wird es auch notwendig, daß alle Kräfte und finanziellen Mittel des eigenen Landes nur für die eigenen Volksgenossen eingesetzt werden. Der Kommunismus mußte versagen, weil er ein Regime von Sklavenhaltern ist und die Eigeninitiative nicht genug fördert. Die große Krise des Kapitalismus kommt noch; er ist nicht das bessere System, ist genauso menschenverachtend wie der Kommunismus, arbeitet aber mit weniger gewaltsamen Mitteln. Sein Zusammenbruch erfolgt – je mehr die Welt vernetzt wird – desto stärker. Die Zukunft gehört dem Solidarismus, der Idee der Volksgemeinschaft und der Idee der Rassenbrüderlichkeit. Unbedingt erforderlich ist, daß jeder bei sich selbst anfängt, und dazu gehört z. B., daß man nicht über die hohen Geburtenzahlen der Muslime jammert, sondern selbst Kinder in die Welt setzt.

Frage: Kurz gesagt, die Faustregel des Nationalen lautet einfach: "Vermehret euch, Menschen meiner Art, und verteidigt euch ohne Reue, wenn es nötig ist." Paradoxerweise folgen dieser Richtlinie all die Völker, die wir heutzutage als mehr oder minder erfolgreich bezeichnen könnten: Chinesen, verschiedene semitische Stämme usw. Sie machen das konsequent und ohne Rücksicht auf irgendwelche Dogmen. Das ist verständlich: Diesen Völkern geht es ums Überleben, und das eigene Schicksal kümmert sie mehr als die Konzepte der abstrakten Errettung dieses oder jenes nachtodliche Himmelreich, von denen sie uns erzählen. Was nicht verständlich ist, heißt: Werden wir der Gefahr des fremden Glaubens ausgesetzt, warum wehren wir uns nicht? Kann es sein, daß die Völker Europas, die einerseits das Rückgrat der europäischen Zivilisation bilden und andererseits in der Vergangenheit so große Leistungen vollbrachten, jetzt, wenn es ums Überleben geht, an der Doppeldeutigkeit der konventionellen religiösen Paradigmen scheitern? Was ist der Grund dafür?

Antwort: Auch die Muslime sind sehr erfolgreich, und in Afrika drängen sie die Christen immer mehr zurück. Der Grund hierfür ist, daß Mohammed eine kämpferische Person war, seinen Anhängern geboten hat, Kriege zur Ausbreitung des Glaubens zu führen, wohingegen Jesus gesagt haben soll, wer das Schwert nimmt, werde durch das Schwert umkommen. Christen haben zwar auch oftmals Gewalt angewandt, in Kreuzzügen, bei der Ausrottung von Hexen und Ketzern, bei der gewaltsamen Christianisierung; aber das stand im Widerspruch zu ihren Glaubensgrundlagen. Mit Parolen wie „Liebet eure Feinde“ und „Widerstrebt nicht dem Bösen“ kann keine Schlacht gewonnen werden, schon gar nicht ein Krieg. Wenn deshalb einige konservative Christen in Westeuropa glauben, die Islamisierung Europas könne durch eine Rückbesinnung auf das „christliche Abendland“ abgewendet werden, sind sie auf dem Holzweg. Die überwiegende Mehrheit der Christen will Toleranz, Miteinander, spricht von „muslimischen Mitbürgern“, und eine Landeskirche hat gerade wieder den Moscheenbau begrüßt, eine katholische Gemeinde für den Bau einer Moschee Gelder gesammelt. Hinzu kommt, daß die große Mehrheit der Deutschen verschiedene christliche Aussagen wie „Auferstehung der Toten“ oder „Jungfrauengeburt“ nicht mehr glauben, und nur noch 5 % der evangelischen Christen und 18 % der katholischen Christen gehen überhaupt noch in eine Kirche.

Frage: Na gut. Man muß nicht in die Kirche gehen, kann aber trotzdem den christlichen Glauben haben. Aber wenn das Maß aller Dinge nicht die christliche Ethik ist, was ist es dann?

Antwort: Schon Nietzsche hat dargelegt, daß die christliche Ethik absolut lebensverneinend ist, weil die Starken, die Mächtigen in der Welt verteufelt werden, das ganze Diesseits als „Jammertal“ verunglimpft wird, und alle Hoffnung ins Jenseits gelegt wird, so daß keinerlei Anstrengungen gemacht werden, das Diesseits zu verbessern. Ich habe in meiner Schrift Von der christlichen Moral zu einer biologisch begründeten Ethik nachgewiesen, daß maßgebliche Historiker der Auffassung sind, daß der Hauptgrund für den Untergang des römischen Weltreiches das Christentum gewesen ist. Jüdische Schriftsteller, beispielsweise Heinrich Heine und Ravage, haben ausgesprochen, daß die Juden ganz bewußt den Römern das Christentum gebracht haben, als erste psychologische Kriegführung, um das verhaßte römische Weltreich zu Fall zu bringen. Ich zitiere diese jüdischen Stimmen (Nietzsche hat das ebenso gesehen), ebenso Fachhistoriker, die darlegen, daß die Christianisierung in der Tat neben der Rassenmischung und dem Geburtenrückgang zum Zusammenbruch des römischen Weltreichs geführt hat. Dabei ist noch zu erwähnen, daß sowohl Rassenmischung wie Geburtenrückgang durch das Christentum vorangetrieben wurden. Für die Christen gibt es nur „eine Herde“, die Katholiken verbieten die Ehe eines katholischen Deutschen mit einer evangelischen Deutschen, wohingegen ein katholischer Neger sehr wohl eine katholische Deutsche heiraten kann und soll – das sei gottgefällig. So haben auch damals die Christen für die Sklavenbefreiung und die Rassenmischung im römischen Weltreich gewirkt. Wegen der Verdammung des Lebens hier – das lediglich Vorbereitung auf das Leben im „Paradies“ sein sollte –, und wegen Aussagen in der Bibel, daß die Ehelosigkeit verdienstvoll sei, haben viele Christen schon im Altertum auf eigene Kinder verzichtet; es gab sogar christliche Sekten, die sich selbst kastriert haben, und andere Personen, die ihnen in die Hände fielen, gewaltsam kastrierten, damit diese dann desto eher in das Himmelreich kämen. Die Christen des Altertums wollten die Verhältnisse gar nicht verbessern, und wenn Feinde angriffen, haben sie sich oftmals nicht verteidigt, sondern sich abschlachten lassen, da Gott ihnen ja dies als Prüfung für ihre Sünden auferlegt habe, und bei geduldigem Hinnehmen sie desto schneller in das Himmelreich kämen.

Frage: Das ist ohne Zweifel richtig: Was gemacht wird, hängt davon ab, was gewollt wird. Und was gewollt wird, ist davon abhängig, was, wie man auf gut Deutsch sagt, im Blut steckt. Welche Gemeinsamkeiten teilen die Deutschen und die Russen in dieser Hinsicht? Wie wir aus der Geschichte wissen, bilden unsere Völker eine Symbiose, in deren Rahmen sie sich wunderbar ergänzen und vervollständigen. Und das nicht ohne Grund: Wir sind Blutsbrüder – ob wir das wollen oder nicht, so hat es sich bereits vor sehr langer Zeit ergeben, und es ist auch gut so. Andererseits, wir denken manchmal in Kategorien, die für die Existenz eines Volkes lebenswichtig sind, wie z.B. "Volk, Blut und Boden". Um es salopp zu formulieren: Die Deutschen haben bereits ein Haus, die Russen nicht; das Konzept eines eurasischen "Wohnheims" – obwohl massiv auf der RF-Staatsebene unterstützt – verliert aus der Volksperspektive zunehmend an Attraktivität. Welche politischen und geopolitischen Konzepte sind in dieser Hinsicht Ihre Inspirationsquelle?

Antwort: Wenn Ihnen ein Anthropologe den Schädel eines Germanen und den Schädel eines Urslawen nebeneinander legt, können Sie nicht herausfinden, ob das Grab am Dnjepr oder an der Elbe war, wo dieser Schädel ausgegraben wurde. Deswegen gibt es natürlich eine Urverwandtschaft. Soweit der Volkscharakter der Deutschen und Russen sich gleicht, beruht er auf dieser Verwandtschaft. Soweit er unterschiedlich ist, liegt er daran, daß in Rußland andere rassische Zuwanderungen als in Deutschland erfolgt sind. Die heutigen Russen müssen sich darüber im klaren werden, welchen Weg in die Zukunft sie gehen wollen. Der eine Weg wäre: Brücke zwischen Asien und Europa zu sein, wie in der Sowjetunion für alle Völker, Rassen und Religionen offen zu sein, einen Georgier oder Tataren als Staatspräsidenten zu haben, und so zu beweisen, daß die Idee des amerikanischen „Meltingpot“ (Schmelztiegel) in Rußland ihr Gegenstück gefunden hat. Dieser Weg würde zum Untergang des russischen Volkes führen; die russische Sprache würde überleben, aber der „urslawische“ Rassenbestandteil in Rußland würde ausgemerzt werden, und der russische Volkscharakter würde sich auch vollständig ändern. Jeder Vielvölkerstaat – das haben Ägypten, Babylon, das römische Imperium, das Großreich von Alexander dem Großen bewiesen – geht an der Rassenmischung zugrunde. Das Gemeinschaftsgefühl, die Solidarität, verschwindet, wenn wir um uns Menschen sehen, die wir als „unverwandt“, „fremd“ empfinden; wir kapseln uns ab, kümmern uns nur noch um die eigene Familie, nicht mehr um das Gemeinwohl, und der Staat geht zugrunde. Wegen der Vielzahl der verschiedenen Völker in der Sowjetunion war es nicht möglich, eine nachhaltig prorussische Politik zu betreiben. Die Verkleinerung der Sowjetunion zum jetzigen Rußland bietet die große Chance, daß die Russen sich als herrschendes Volk verstehen, das seinen eigenen Stil, seine eigene Kultur und seine Lebensweise als „Leitkultur“ durchsetzt. Außerhalb der jetzigen russischen Grenzen leben nach meiner Kenntnis 22 Mio. Russen; innerhalb dieser Grenzen leben andererseits Völkerschaften, die den Russen gegenüber feindlich eingestellt sind. Die Russen werden in den anderen Staaten teilweise verfolgt; was liegt näher, als daß die muslimischen Staatsbürger Rußlands im Wege eines Bevölkerungsaustausches in die muslimischen Staaten gesandt werden, aus denen die Russen derzeit vertrieben werden? Rußlands große Stärke ist der unendliche Raum, der es praktisch unbesiegbar macht. Dieser darf nicht leichtfertig aufgegeben werden, und die in anderen Ländern derzeit lebenden Russen zurückzuführen, ist schon deswegen erforderlich, weil die russische Geburtenrate – leider! – derzeit sehr gering ist. Rußland muß zu sich selbst finden. Dann verdoppelt es auch seine Stärke. Ein starkes Rußland ist ein Garant dafür, daß die One-World-Ideologie nicht siegt. Es ist Deutschlands Interesse, daß Rußland durch den US-Imperialismus nicht in Einzelteile zerschlagen wird, wie es die „Neokonservativen“ beabsichtigen; und es muß Rußlands Interesse sein, in Deutschland einen starken Verbündeten zu haben, damit der US-Einfluß auf dem eurasischen Kontinent minimiert wird. Wir gehören zusammen: Rassisch, geopolitisch und darüber hinaus auch wirtschaftlich. Nichts würde die Idee der „One World“ mehr torpedieren als ein enger Zusammenschluß der beiden stärksten Mächte zwischen Atlantik und Pazifik.

Frage: Was sollte von der deutschen Seite unternommen werden, damit Vertrauen zwischen uns wächst, damit wir endlich gemeinsam etwas wollen, um diesen Willen dann, wenn wir zu ihm gefunden haben, auch gemeinsam umzusetzen?

Antwort: Von deutscher Seite aus sollten keine „Zensuren“ oder „gute Ratschläge“ erteilt werden, wie es Frau Merkel derzeit macht. Es besteht bei Völkern immer nur die Wahl, ob die Massenmedien (Presse, Rundfunk, Fernsehen) vom Staat kontrolliert werden oder von den Geldmächten. Mir ist es sehr viel lieber, wenn sie vom Staat kontrolliert werden, als von den Geldmächten. Die staatlichen Organe sind – jedenfalls in Rußland – demokratisch gewählt, die Geldmächte nicht. Deswegen ist es völlig absurd, sich wegen „Einschränkung der Meinungsfreiheit“ in Rußland, Weißrußland oder sonstwo seitens deutscher Politiker aufzuregen. Es ist auch nicht deutsche Aufgabe, die „Menschenrechte“ (was auch immer das sei) weltweit zu verbreiten. Oder zu gucken, ob es in irgendeinem Staat der Welt bessere demokratische Strukturen geben könnte, als sie derzeit vorhanden seien. Mit anderen Worten: Ungefragt sollte man Ratschläge nicht erteilen – so lautet ein deutsches Sprichwort, und daran sollten sich auch Kanzler und Minister in Deutschland halten.

Nicht vertrauensbildend ist das, was Reemtsma mit seiner Ausstellung über die Wehrmacht macht. Die deutsche Wehrmacht hat keinen Vernichtungskrieg gegen die Russen führen wollen. Wer dies behauptet, lügt. Deutschland hat sich in diesem Krieg auch mehr an das Völkerrecht gehalten als die Sowjetunion. Auch das Aufhäufen von Schuld auf das deutsche Haupt bezüglich des Angriffs im Juni 1941 bringt uns nicht weiter; wenn die Deutschen als „Verbrechernation“ mit gebeugten Schultern und gesenktem Haupt durch die Welt gehen, taugen sie nichts als Verbündete. Deutschland hat weder 1914 noch 1941 die Absicht gehabt, Teile von Rußland abzutrennen oder die Russen zu versklaven; wenn dies im russischen Volk deutlich wird, meine ich, daß dies eine starke vertrauensbildende Wirkung hat. Suworow sollte deshalb in Rußland nicht als „Nestbeschmutzer“ gesehen werden, sondern als jemand, der mit seinem Bemühen um die historische Wahrheit Gräben zwischen Deutschen und Russen zuschaufelt.

Frage: Ihr Beitrag als Vordenker ist durchaus bekannt und geschätzt. Vor kurzem wurden zwei Aufsätze von Ihnen in russischer Sprache veröffentlicht: "Kampf der Kulturen - Kampf der Religionen?" und "Deutschland und Rußland - von einem nationalen Deutschen gesehen". Es handelt sich dabei um die geopolitischen Gegebenheiten, Sie betrachten Beziehungen zwischen unseren Ländern rückblickend und aus deutscher Sicht... Trotz ihrer offensichtlichen, auf ideologische Voreingenommenheit zurückzuführenden Schwächen steht heutzutage die Weltmacht USA ganz vorn. Andererseits ist die Politik, die das Land weltweit betreibt, kontraproduktiv. Es ist verständlich, daß die Achse Berlin–Moskau, käme eine solche Achse zustande, für die Vorherrschaft Amerikas äußerst gefährlich wäre, für die nationalbewußten Kräfte in unseren Ländern dagegen mehr als wünschenswert. Wie müßte die Politik in Moskau und Berlin aussehen, um unseren Ideen – denen der nationalen Kräfte – künftig größere Geltung zu verschaffen? Sollten sich die nationalbewußten Russen Deutschland als Beispiel nehmen, wo verschiedene Vereine und Bürgerinitiativen eine wirksame Alternative zur "Staatsgewalt von oben" bilden? Ist Ihnen die Idee einer parallelen Regierung, die u. U. die wahre Volksvertretung übernimmt, zu abenteuerlich?

Antwort: Es gibt in Deutschland nicht nur eine, sondern mehrere „Reichsregierungen“, die den Anspruch erheben, statt der Bundesregierung für das nicht untergegangene Deutsche Reich zu sprechen. Irgendeine Bedeutung in der Öffentlichkeit spielen sie aber nicht. Ich glaube auch nicht, daß es für Rußland eine Alternative wäre, eine „kernrussische“ Regierung zu bilden. Ich finde die gegenwärtige russische Regierung auch gar nicht so schlecht – selbst wenn ich mich vielleicht bei einigen russischen Nationalisten damit unbeliebt mache. Putin macht eine sehr kluge Politik. Sicherlich meinen manche, er könnte mehr machen; aber Politik ist – wie Bismarck sehr richtig gesagt hat – die „Kunst des Möglichen“. Wer sonst außer Putin hätte es geschafft, einige der – nichtrussischen – „Oligarchen“, die sich das russische Volksvermögen in Form der Bodenschätze zur Jelzin-Zeit unter den Nagel gerissen hatten, zu entmachten? Das ist eine Großtat und hat ihm den Haß und die Ablehnung der Presse der westlichen Welt eingetragen! Daß Putin in den westlichen Medien seitdem laufend angegriffen wird, hat er sicherlich vorher gewußt, sollte aber dazu führen, ihm jede Unterstützung zu geben. Daß er geopolitisch ähnlich denkt wie ich, ist aus seiner Rede im deutschen Bundestag zu ersehen gewesen, wo er leider nicht die Resonanz bekommen hat, die er verdient hätte. Richtig also wäre es, in Rußland Bewegungen, Bürgerinitiativen, Vereine zu bilden, die das Russentum stärken, die „Rußland zuerst“ auf ihre Fahnen geschrieben haben, die sich um Auslandsrussen kümmern, für die Hebung der Geburtenrate eintreten, die die Globalisierung, Liberalisierung, Verwestlichung Rußlands ablehnen, die anstelle des Christentums altslawische Religions- und Ethikvorstellungen stellen, die für die Verhinderung der Rassenmischung sind, die es nicht dulden, daß ausländische Konzerne in Rußland beherrschenden Einfluß nehmen. Wichtig ist auch, alles das zu stärken, was an russischer Kultur aus der Vergangenheit überkommen ist, beispielsweise russische Volksmusik oder russische Tänze. Besinnung auf das Eigene – das ist gefordert!

Frage: Ja, die Hauptsache ist, es mangelt uns nicht an Willen. Gibt da handfeste Beweise, daß wir das auch können? Wie es in Rußland heißt, "Meiner Haut ist mein eigenes Hemd nah" oder in Deutschland: "Das Hemd ist mir näher als der Rock." Das Problem besteht darin, daß dieses sprichwörtliche Hemd oft jenseits des Großen Teiches angefertigt wird. Dabei handelt es sich nicht nur um das Materielle. So wird z. B. die Unterhaltungsindustrie fast ausschließlich von den englischsprachigen Nationen dominiert. Und zwar in einem solchen Ausmaß, das es uns gestattet ist, hier von einer imperialen Dominanz zu reden, wie wir sie früher nie kannten: Sie ist suggestiv, sie verändert den Rezipienten von innen, ohne das Äußere zu verändern, sie breitet sich weltweit wie ein Virus ungehindert aus. Beinahe könnte man sagen, es handele sich hier nicht mehr um Unterhaltung, sondern um einen neuartigen Krieg, der still und unauffällig im Inneren jedes einzelnen Menschen geführt wird: bei der Lektüre eines Buches oder beim Anhören einer Musikplatte. Wie ist Ihrer Meinung nach diese Situation zu meistern? Kann man überhaupt gegen einen solchen Angriff die dafür notwendige Widerstandsfähigkeit entwickeln? Was kann die Familie bzw. die Schule tun, um die Jugend auf die Wahrnehmung richtiger und nativer Welt- und Wertvorstellungen vorzubereiten?

Antwort: Natürlich ist die kulturelle Dominanz von den Hollywood-Filmen (die im übrigen oftmals durch deutsche Filmfonds möglich wurden, welches Steuerprivileg jetzt abgeschafft wurde) und der Musik aus den USA gegeben. Aber Huntington hat zu Recht darauf hingewiesen, daß es eine Illusion ist, anzunehmen, daß diese Musikdominanz und Filmdominanz politisch durchschlagenden Erfolg haben werde. Bei den Muslimen ist es ganz deutlich, daß sie zwar einerseits amerikanische Musik hören können, aber andererseits mit dem besten Gewissen der Welt amerikanische Soldaten im Irak abschießen. Weil die amerikanische Unterhaltungsindustrie außerordentlich platt und niveaulos ist, würde ich es für erfreulich halten, wenn diese zurückgedrängt werden könnte, sowohl in Deutschland wie in Rußland. Aber ich glaube, daß die amerikanische Dominanz auf beiden Sektoren weder in Deutschland noch in Rußland langfristig Erfolg haben wird. Wir stehen vor existentiellen Krisen, und da spielt die Vorliebe für irgendwelche Filme oder Musik keine Rolle mehr. Da kann noch so sehr ein Musiktitel erklären, daß „Ebony and Ivory“ gleich seien; wenn ein Neger meinen Freund zusammenschlägt, dann stürze ich mich auf den Neger.

Gleichwohl ist es natürlich nützlich, die Kulturlosigkeit Amerikas darzustellen, darzulegen, daß sowohl Deutschland als auch Rußland eine viel höhere Kultur als dieses erst kürzlich zivilisierte Land haben, allerdings nicht verbissen gegen diese „kulturelle Dominanz“ anzukämpfen, sondern sich darüber lustig zu machen. Wer hopsende Neger mit verzerrten Grimassen als „kulturelles Vorbild“ sieht, dem sollte man selbst einmal dieses Hopsen vormachen, um ihm die Absurdität seiner Auffassung darzulegen. Dies ist eine Aufgabe vornehmlich in der Familie; durch Verbote erreicht man dort nichts, aber durch Lächerlichmachen. Wünschenswert wäre, daß die Schule ein Gegengewicht bildet; in Deutschland kann sie dieses nicht, weil sie von den Feindmächten programmiert worden ist. Ich hoffe, daß in Rußland die Schule ein Gegengewicht bilden kann, um die eigene russische Kultur zu fördern und zu verbreiten.

Frage: Wie stehen kurz nach der Ostara. Was würden Sie unserer Leserschaft wünschen?

Antwort: Im Frühling steigen die Säfte in die Bäume, die Natur regt sich, der Mensch fühlt auch seine Kräfte wachsen. So mögen die Kräfte unserer Völker wachsen! So wie nach kalter Winternacht nun die Bäume wieder ihre Blätter bekommen, alles grünt und blüht, so bin ich davon überzeugt, daß die Periode des Niedergangs unserer beider Völker – des russischen und des deutschen – gestoppt wird und wir gemeinsam neu ins Licht eintreten.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Rieger.


*Anmerkung: William Pierce hat die Handlung in der Erstauflage der Turner-Tagebücher in die 80er gelegt und erst nachträglich – ab der zweiten Auflage – in die 90er verschoben.


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