Fahnenträger im Gespräch mit der Redaktion von "Velesova Sloboda"


Fahnenträger | Ausgabe 7


Einleitend möchte ich Euch bitten uns Euch und Euer Projekt VELESOVA SLOBODA genauer vorzustellen. Wann und aus welchem Grund wurde VELESOVA SLOBODA ins Leben gerufen, mit welchen Themenschwerpunkten beschäftigt Ihr Euch, gab es aufgrund Eurer Arbeit schon Probleme mit der Regierung, ist VELESOVA SLOBODA das Sprachohr bzw. Mitteilungsorgan einer bestimmten Bewegung oder Organisation und aus welchem Grund veröffentlicht Ihr VELESOVA SLOBODA auch in deutscher Sprache?

Velesova Sloboda ist 2003 als ein unabhängiges russisches nationalistisches Projekt entstanden. Es gibt keinen Schwerpunkt. Und das mit Absicht. Wir wollen die Seite für verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Interessen attraktiv machen. Nach dem Motto: das Netz so breit wie möglich ausbreiten. Wir wollen nicht nur informieren, sondern es geht uns in erster Linie um die Weltanschauung. Wir wollen den Menschen eine intellektuelle Stütze geben und ein Gefühl, daß sie mit ihren Gedanken nicht allein sind. Um die eigene Weltanschauung zu erarbeiten, bedarf es vieler Themen. Hier ein paar von ihnen: Außenpolitik, Biopolitik, Geopolitik, Metapolitik, Anthropologie, Rassenkunde, Esoterik, Religion, Tradition, Philosophie, Geschichte u.a. Es handelt sich um sehr viele Erstveröffentlichungen im Internet. Des weiteren haben wir keinen Druck bei den Veröffentlichungen, um bloß die Seite zu füllen, d.h., wenn wir nichts Interessantes zu einem Thema haben, beschäftigen wir uns mit den anderen Themen. Diese Vorgehensweise garantiert dem Leser interessante Publikationen auf hohem intellektuellem Niveau.

Ja, mit der Regierung gab es Probleme. Wir möchten hier aber nicht über die Einzelheiten berichten. Sollen wir ein schlechtes Gewissen haben, weil wir die Menschen informieren? Wir informieren Sie anders, als die offiziellen Massenmedien. Wenn das jemandem nicht gefällt, dann ist das sein Problem. Die VS scheint auch für Geheimdienste interessant zu sein. Sie wird z.B. regelmäßig (1-2 Mal im Monat) von Inlandsgeheimdienst FSB (ehemals KGB) besucht.

Von der Seite als einem Sprachrohr bzw. Mitteilungsorgan zu sprechen wäre nicht ganz richtig. Obwohl die VS heidnische und traditionelle Werte vertritt und die heidnische Bewegung in Rußland unterstützt.

Zur Entstehung der „Deutschen Rubrik“: Wir haben zunächst deutsche Artikel ins Russische übersetzt und auf der VS veröffentlicht. Da es diese Artikel im Internet nicht gab, haben wir beschlossen, sie dem deutschen Leser zur Verfügung zu stellen. Eine der ersten deutschen Publikationen war Jürgen Riegers Artikel „Der Kampf der Kulturen…“ Später fingen wir an, russische Autoren ins Deutsche zu übersetzen und in der DR zu veröffentlichen. Die Übersetzungen finanzieren wir selbst aus unseren bescheidenen Mitteln. Hiermit ist die „Deutsche Rubrik“ eine Art Brücke aus Rußland nach Deutschland geworden. Wir würden gerne Deutsche in Rußland sehen anstatt illegaler Einwanderer aus dem Kaukasus und Asien. Vielleicht wird unser Traum irgendwann wahr.

Ich nehme an das die Wenigsten meiner Leser über die nationale Bewegung bzw. die verschiedenen Subkulturen innerhalb Rußlands bescheid wissen. Ich würde Euch daher bitten uns ein bißchen mehr über die sich in den letzten Jahren vollziehende Entwicklung in Eurem Land zu erzählen und eventuell Personen (Philosophen, Schriftsteller, Politiker) bzw. Musik- Gruppen und Organisationen zu nennen, die einen entscheidenden Einfluß auf die Bewegung hatten.

Ein bißchen über die vollzogene Entwicklung in Rußland zu berichten ist unmöglich. Es ist sehr viel in den letzten zehn Jahren geschehen. Deshalb möchten wir hier nur zwei Namen erwähnen, die einen entscheidenden Einfluß auf die russische nationalistische Bewegung hatten: Wladimir Awdejew und Pjotr Chomjakow.

Wladimir Awdejew, ehemaliger sowjetischer Fliegeroffizier und Schriftsteller hat für Russen die Rassenkunde entdeckt. Durch seinen ernormen Einsatz erschienen in Rußland die Klassiker der deutschen Rassenkunde und Anthropologie: Carl Stratz, Ludwig Woltmann, Hans F.K. Günther u.a., und auch der russischen Anthropologie (Die russische Rassentheorie bis 1917, Band 1 und 2) wie Sikorski, Anutschin, Bogdanow, Metschnikow, Moschkow u.a. Wladimir Awdejew selbst hat zwei wichtige Bücher geschrieben: Die Überwindung des Christentums (dieses Buch hat die heidnische Bewegung stark beeinflußt) und das Buch RASSOLOGIJA (Rassenkunde). Dieses Buch wurde zum Bestseller in Rußland und eine dritte Auflage ist bereits in Planung. Wladimir Awdejew sollte durch die Publikationen in der DR dem deutschen Lesen bereits bekannt sein. Wer ihn nicht kennt, hier zwei sehr populäre Publikationen: Die Biologische Grundlage der nordischen Weltanschauung und Lenins Mumie. Durch die starke Verbreitung der rassenkundlichen Literatur in Rußland wissen jetzt die Russen, daß ihnen rassisch fremde Menschen gegenüberstehen, die die biopolitische und soziale Sicherheit des Landes stark gefährden können, besonders wenn sie unkontrolliert und in großen Mengen das Land unterwandern.

Die zweite wichtige Person ist Prof. Dr. Pjotr Chomjakow – der Veteran der russischen nationalistischen Bewegung. Er ist Geologe und Mathematiker, hat über 80 wissenschaftliche Publikationen. Unter seiner Leitung ist vor ca. zwei Jahren die Bewegung „NORNA“ entstanden. Das ist eine russische Abbreviatur und bedeutet Die nationale Befreiung des russischen Volkes. In dem Programm dieser Bewegung werden nicht nur die Umstände beschrieben, sondern die Antwort auf die Frage gegeben, wie die russischen Nationalisten an die Macht kommen. Es geht nicht um einen Regierungssturz, sondern um die Übernahme der Macht in der zukünftigen Krise (2012 – 2015) in Rußland. Es sind bereits viele NORNA-Gruppen in Rußland und im Ausland entstanden, die gegen das Antivolksregime in Rußland kämpfen. Das Manifest NORNA ist zum Leitfaden des russischen Nationalisten geworden. Herr Chomjakow ist mit einigen Publikationen in der DR vertreten. Wir empfehlen dem deutschen Leser unbedingt zwei von ihnen: Rußland gegen Russenland und einen Zukunftsroman Weltenumsturz.

In dem sich sehr eingehend mit der BM Bewegung auseinandersetzendem Buch LORDS OF CHAOS habe ich von einer aus Moskau stammenden Metal Gruppe namens KORROZIA METALLA gelesen. Angeblich soll Ihr Sänger Sergej Troitsky für das Amt des Bürgermeisters von Moskau kandidiert haben. Ist das richtig? Und was könnt Ihr uns außerdem über diese Band verraten? Was bedeutet der Name KORROZIA METALLA, existiert die Gruppe überhaupt noch und wie ist Eure persönliche Einstellung ihr gegenüber?

KORROZIA METALLA bedeutet „Metallkorrosion“. Wir kennen die Gruppe vom Namen her, können aber nichts über sie berichten. Jedoch behalten wir nonkonforme Musik- und Kulturbewegungen im Auge, dazu zählen für uns insbesondere die Neofolk- und Black-Metal-Szene. Sie greifen oftmals identitäre Themen und Kulturmuster auf und bilden ein wertvolles Gegengewicht zur amerikanisierten Massenkultur, die via Fernsehen verbreitet wird.

Da ich selbst aus dem ehemals von der Sowjetunion besetzten Teil Deutschlands, dem so genannten Osten stamme, konnte ich sehr gut miterleben, wie schnell und kritiklos die Menschen nach dem Fall der Berliner Mauer die westliche Kultur amerikanischer Prägung übernahmen und sich zu hirnlosen, jeder Mode nacheifernden Konsumenten entwickelten. War eine ähnliche Entwicklung auch in Rußland nach Zusammenbruch des Kommunismus zu beobachten? Ich schätze das die noch immer zwischen Rußland und den USA (wenn auch nicht öffentlich) bestehende Rivalität, Eurer Regierung allen Grund gibt den Einfluß der amerikanischen Kultur auf die Bevölkerung möglichst gering zu halten. Oder?

Eine ähnliche Entwicklung war auch in Rußland nach dem Zusammenbruch des Kommunismus zu beobachten. Hier muß man erwähnen, daß der Sowjetismus bis jetzt noch nicht überwunden ist. Wir haben mit dem postsowjetischen Rußland zu tun und die Mischung aus Sowjetismus und wildem Kapitalismus ist besonders ekelhaft. Dazu will das Medwedew-Putin-Regime noch alte vergammelte Werte aus dem zaristischen Rußland beimischen – Orthodoxe Kirche und Hurra-Patriotismus. Hier ist noch zu erwähnen: Julius Evola hegte eine negative Einstellung nicht nur den USA, sondern auch der Sowjetunion gegenüber. Diese zwei Scheren einer Zange sind immer noch gefährlich für Europa, für die zivilisierte Welt. Nur die russischen Nationalisten, wenn sie an die Macht kommen, können den Sowjetismus endgültig überwinden und Rußland zum guten Partner Europas machen.

Bleiben wir gleich beim Thema: Auch beinahe 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer gibt es Menschen die sich in Deutschland einen symbolischen Wiederaufbau der Ebengenannten und damit verbunden eine Rückkehr zu den damals vorherrschenden Verhältnissen wünschen. Begründet wird diese Forderung mit dem Argument das das Leben zu Zeiten der DDR zwar sehr einfach, dafür aber in wirtschaftlichen und sozialen Fragen sicherer war, frei nach dem Motto: “Da hatten wir wenigstens noch alle Arbeit!”

Wie denkt Ihr darüber? Wünscht Ihr Euch vielleicht persönlich ebenfalls ein Wiederaufleben des Kommunismus in Rußland? Wie waren überhaupt die Lebensbedingungen der Menschen zu dieser Zeit? War der Kommunismus in der Art wie Ihr ihn, in der UdSSR erlebt habt, im Gegensatz zum heutigem System vielleicht sogar dazu geeignet dem Menschen (auch durch Mangel und Entbehrung) die Möglichkeit zu geben sein Leben zufrieden und sicher leben zu können? Oder aber ist die Freiheit jederzeit überall hin reisen zu können, wenn man auch den bitteren Beigeschmack der kapitalistischen Ellenbogengesellschaft nicht ignorieren kann, am Ende doch sozialistischer Einheits-Gleichschaltung vorzuziehen? Ich möchte Euch bei der Beantwortung dieser Frage daran erinnern, daß wir zur damaligen Zeit, ein Gespräch in dieser Form, sicherlich niemals hätten führen können.

Das wir dieses Gespräch damals nicht hätten führen können, ist nicht der Verdienst der heute Regierung der RF, sondern ein objektiver Prozeß der Geschichte. Das russische Volk in der Sowjetunion lebte in sklavenähnlichen Zuständen. Ja, es gab tolle Errungenschaften auf vielen Gebieten. Aber denken Sie nach, mit welchem hohen Preis sie bezahlt wurden? Das Volk lebte in Armut und hatte fast nichts davon.

Wie ist im heutigen Rußland der öffentliche Umgang (in Schulen, in den Medien und der Gesellschaft) mit der jüngeren Vergangenheit Eures Landes? Werden die von der sowjetischen Armee an Deutschen, Polen usw. begangenen Kriegsverbrechen und die Unterdrückung der im Herrschaftsbereich der Sowjetregierung lebenden Völker öffentlich debattiert? Und inwieweit findet eine Auseinandersetzung mit der Zeit des Kommunismus statt? Wird sie als glorreiche Epoche propagiert oder ist man froh diese Zeit “überwunden” zu haben?

Die Kriegsverbrechen der sowjetischen Armee in den öffentlichen Massenmedien werden nicht debattiert. Aber auch der Kommunismus als etwas Glorreiches wird nicht propagiert. Der Vektor der offiziellen Propaganda hat sich geändert. Als Opfer hat der Kreml die Völker ausgewählt, die ihre Freiheit, auch wenn diese Freiheit noch schwach und unsicher ist, erlangt haben. In erster Linie geht es um die Ukraine. Das ganze Volk und das ganze Land werden von den Massenmedien schlechtgemacht. Eine Art antiukrainische Hysterie ist ausgebrochen. Die Russen werden gegen die Ukraine aufgehetzt. Und das während in Rußland 5-6 Mio. Menschen aus dem Kaukasus nach Rußland eingewandert sind. Diese antiukrainische Propaganda hat ihre Logik: wenn die Ukraine durch NATO-Beitritt für Rußland endgültig verloren geht, wird die Russische Föderation – genauso wie die Sowjetunion – zerfallen. Und die heutigen Kreml-Herren haben davor große Angst!

Ich möchte hier noch eine Frage zum Thema 2.WK anschließen: Wie ist heute, fast 70 Jahre nach Beginn des sog. Rußlandfeldzuges die Meinung der russischen Bevölkerung über die deutsche Wehrmacht? Stimmt es wirklich das viele Russen die Deutschen damals als Befreier von “sowjetischen Joch” ansahen? Habt Ihr eventuell Verwandte aus dieser Zeit die Euch davon berichtet haben?

Wir denken, daß nur die wenigsten heutzutage die deutsche Wehrmacht als Befreier sehen. Dafür gibt es auch keine historische Grundlage. Der 2. WK hatte alle Zeichen eines Eroberungskrieges. Der größte Fehler Hitlers war, daß er den Plan des unabhängigen Rußlands und damit den russischen Bürger- oder Befreiungskrieg ablehnte. Wann kam die Wlassow-Armee zum Einsatz? Obwohl Deutsche Millionen Russen in ihrer Gefangenschaft hatten, gab es kein Vertrauen zu ihnen. Es wäre klüger gewesen die Russen selbst gegen Stalin und Bolschewisten kämpfen zu lassen. General Wlassow, ein gefangener Sowjetgeneral, fand im Deutschen Reich zwar Gehör bei der Jugend und verschiedenen Stellen des Dritten Reiches, konnte sich aber nicht durchsetzen, bzw. viel zu spät. Seine Rede um 1943 vor dem NS-Studentenbund mit dem Tenor "Rußland kann nur von Russen besiegt werden" fand große Zustimmung bei der Parteijugend, auch auf Grund der bereits gemachten Erfahrungen an der Ostfront. Aber Himmler, der so viel hätte bewirken können, hielt lieber an seinem ideologischen Steckenpferd, dem "slawischen Untermenschen" fest. Eine Tragödie!

Aber, wie man schön sagt, das Rad der Geschichte kann man nicht zurückdrehen. In Rußland und in Deutschland beschäftigen sich sehr viele mit der Geschichte des 2. WK. Wir denken, daß es auch so gewollt ist. Das lenkt von den heutigen Problemen ab. Die Geschichte geht weiter. Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, aber dabei nicht vergessen, in die Zukunft zu schauen. Manche leben ausschließlich auf der Müllheide der Geschichte. Wir gehören nicht dazu.

Im Zeitalter immer knapper werdender Energiereserven wird in der BRD über eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken diskutiert, mit der Begründung daß es kostengünstige, saubere und vor allem sichere Energie ist. Nun kam es 1986 ja bekanntlich in Tschernobyl/Ukraine zu einer nuklearen Katastrophe, die uns gezeigt hat, welche Risiken die Gewinnung von Energie aus Atomkraft mit sich bringt. Die Frage die mich in diesem Zusammenhang nun interessiert ist, ob Ihr die Betreibung von Atomkraftwerken zur Gewinnung von Energie ablehnt oder befürwortet?

Die Ursachen des Unfalls in Tschernobyl sind bis jetzt noch nicht geklärt. Anfang der 1980-er Jahre schrieb der große moderne französische Denker Guillaume Faye über die Vorteile der Atomenergie. Das war die Zeit der antiatomaren Hysterie in Europa. Wir befürworten die Betreibung von Atomkraftwerken.

Am Rande des Konflikts zwischen Rußland und Tschetschenien kam es im Oktober 2002 im Moskauer Dubrowka-Theater zu einer Geiselnahme wobei etwa 50 tschetschenische Kämpfer die im Theater anwesenden Gäste und Schauspieler gefangen nahmen und einen Abzug der russischen Truppen aus Tschetschenienen forderten. Als was hat man die Täter zu betrachten? Es sollen im Großteil Frauen gewesen sein, deren Männer im Krieg gegen Rußland getötet wurden. Sind es Eurer Meinung nach tapfere Freiheitskämpfer die mit dem letzten Mut der Verzweiflung handelten oder einfach nur Terroristen bzw. Verbrecher?

Das Wort Terrorist ist manipulativ. Dieselben Menschen, die heute als Terroristen bezeichnet werden, galten noch vor einigen Jahrzehnten als Freiheitskämpfer und man hatte zu ihnen eine positive Einstellung in der Welt, weil es gewisse Vorteile brachte.

Wir sind für die Trennung Tschetscheniens und des Kaukasus von Rußland. Erst dann bekommen wir die rechtliche Grundlage, fremdrassige, mit uns nicht komplementäre Menschen in ihre Heimat zurückzuschicken. Und nur so kann man dem russischen Volk die notwendige Sicherheit garantieren.

Nehmen wir an, Ihr hättet die Gelegenheit ein Rußland nach Euren Vorstellungen gestalten zu können, wie würde dieses aussehen? Ich denke daß es, im Gegensatz zu Deutschland, in Rußland sehr viel komplizierte Probleme wie z.B. die angemessene Berücksichtigung der vielen im Staatsgebiet existierenden Kulturen und Religionen gibt.

Rußland oder Russenland soll zur weltlichen Macht werden. Die Kirche soll vom Staat getrennt werden und keine steuerlichen Vorteile mehr haben. Das Heidentum soll zu einer der offiziellen staatlichen Religionen werden, wie dies bereits in baltischen Republiken der Fall ist. Der wichtigste Feiertag „KUPALA“ (Sonnwendfeier) soll zum offiziellen Feiertag werden, damit man die Feier nicht auf das Wochenende verschieben muß. Es gibt bereits mehrere hunderttausende Russen, die zum Glauben ihrer Ahnen bekennen. Und jedes Jahr wird es mehr. Und es gibt nur maximal 2-3% Menschen in Rußland, die den christlichen Glauben ernst nehmen und regelmäßig die Kirche besuchen.

Einer der in Deutschland wohl bekanntesten russischen Oppositions-Politiker ist der ehemalige Schachweltmeister Garry Kasparow. Das von ihm in der (deutschen) Öffentlichkeit erzeugte Bild ist das eines charismatischen, ehrlichen Mannes der fest zu seinen Überzeugungen steht und einen ernst gemeinten Kampf für Demokratie und Meinungsfreiheit führt. Manche nennen ihn sogar den “Muhammad Ali des Schach”. Anderseits gibt es aber auch Stimmen die gegen Kasparow laut werden. So wurde ihm sogar unterstellt ein Agent des CIA zu sein. Wie denkt Ihr über Kasparow und wie ernst ist es ihm Eurer Meinung nach wirklich um ein “Anderes Rußland”?

Garry Kasparow kämpft nicht für das russische Volk und seine Interessen. Er will nur Putin-Medwedew absetzen und ihre Stelle besetzen. Deswegen ist für uns diese Person völlig unwichtig.

Nach dem Tod der international anerkannten Reporterin Anna Stepanowna Politkowskaja gab es allerlei Theorien die den Mord verschiedenen Personen bzw. Gruppen anhängten. Was glaubt Ihr war der wahre Grund weshalb sie umgebracht wurde und wer hat Nutzen daraus gezogen?

Frau Politkowskaja war amerikanische Staatsbürgerin jüdischer Abstammung. Mit der russischen nationalen Bewegung hat diese Dame nichts zu tun. Wir vermuten, daß sie nicht vom KGB, sondern von Kriminellen, mit denen sie enge Kontakte hatte, umgebracht wurde. Der ähnliche Fall wie mit Galina Starowojtowa.

In Deutschland lebende Volksdeutsche bzw. sog “Rußlanddeutsche”, haben mir erzählt, daß sie, als sie noch in Rußland oder Kasachstan lebten, von der einheimischen Bevölkerung als Faschisten und Nazis beschimpft wurden. Wie ist Eure Meinung dazu? Seht Ihr die in Rußland lebenden Nachkommen deutscher Einwanderer als Fremde an? Und wie würdet Ihr Euch ihnen gegenüber, nehmen wir an zwischen Deutschland und Rußland würde ein Krieg ausbrechen, verhalten?

Nicht jeder, der sich als deutsch bezeichnet, ist für uns ein Deutscher. Unter den sogenannten „Rußlandsdeutschen“ gab es viele Mischehen. Vielleicht ist das ein Grund, warum sie in Deutschland nicht als 100% Deutsche akzeptiert werden? Wir selbst sind germanophil, wenn es um richtige Deutsche geht. Wir sind der Meinung, daß Deutschland immer noch den besten administrativen Apparat der Welt hat. Wenn wir könnten, würde wir Millionen Deutsche nach Rußland einladen und wichtige Positionen im Staatsapparat mit ihnen besetzen. Die Deutschen haben bestimmte Eigenschaften, die vielen Russen fehlen. Kurz und gut, beide Völker würden von der engen Zusammenarbeit profitieren. Aber in unseren Ländern sind die volksfeindlichen Regierungen an der Macht, die von oben auf das Volk spucken. Und von der Zusammenarbeit kann man nur träumen.

Die sog. Neue Rechte (Nouvelle Droit) ist eine intellektuelle Bewegung, deren Ideen sich mittlerweile in beinahe ganz Europa (vor allem in Frankreich unter Alain de Benoist) wenn auch mit unterschiedlichem Zuspruch, verbreitet haben. Einer der Hauptursachen die die Neue von der Alten Rechten unterscheidet ist, daß sie nicht nur bereit ist neue Wege einzuschlagen und Kompromisse einzugehen, sondern auch die Vergangenheit ruhen zu lassen und im Dialog mit politischen “Gegnern” ihre Anschauungen aus einem vollkommen neuen Blickwinkel offenbart. Nun würde mich interessieren wie Ihr über die sog. Neue Rechte denkt? Stimmt Ihr mit jenen überein die die Neue Rechte als Heuchler bezeichnen und ihnen vorwerfen die wahren Werte, Grundsätze und Ideale mißachtet und angeblich aus Furcht (die ihnen zu Teil gewordene gesellschaftliche Akzeptanz zu verlieren) die wirklich wichtigen Fragen in der öffentlichen Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft nicht aggressiv und nachhaltig genug gestellt zu haben? Oder aber seht Ihr das Konzept der Neuen Rechten, ihre Ideen und Standpunkte als ein zukunftssicheres Modell um denjenigen eine Richtung zu geben, die die Forderung nach nationaler Souveränität und als Antwort auf die zunehmende Globalisierung, die Rückbesinnung auf eine Wiederbelebung kultureller Werte stellen?

Diese Frage sollten Sie lieber Anatoli Iwanow, der enge Kontakte zu den neuen Rechten in Europa hat und diese intellektuelle Bewegung sehr gut kennt, stellen.

Einige deutsche Nationalisten hegen die Hoffnung Rußland, China und die noch souveränen Nah-Ost Staaten als Bündnispartner gegen die USA und seine Verbündeten gewinnen zu können. Wenn diese Vorstellung auch sehr schön klingt, kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, daß auch nur ein Regierungsvertreter der eben genannten Staaten zu einem derartigen Bündnis bereit wäre. Außerdem denke ich, daß ein vom Westen mehr und mehr ins Abseits getriebenes Rußland, genauso wie China, dessen rasant wachsende Wirtschaft irgendwann womöglich kollabieren wird und die wenigen, wirklich noch souveränen Nah-Ost Staaten kaum jemals ein ernstzunehmendes Gegengewicht zu den USA darstellen werden. Oder doch? Wie ist Eure Meinung dazu?

Sie haben Recht, einige deutsche Nationalisten verbinden ihre Hoffung auf die positiven Veränderungen in Deutschland mit Rußland. In ihren Artikeln begnügen sie sich mit ein-zwei Sätzen zu diesem Thema. Würde man fragen, wie sie sich das konkret vorstellen, mit wem man in Rußland zusammenarbeiten kann, würde man keine vernünftige Antwort bekommen. Die Zusammenarbeit zwischen deutschen und russischen Nationalisten in großem Maßstab ist momentan nicht möglich. Aber die Kontakte auf der persönlichen Ebene sind zu begrüßen.

China haben sie richtig eingeschätzt. Dieses Land hat viele Schwachpunkte, einer davon ist die Überbevölkerung. Und die letzte Weltkrise hat das deutlich gezeigt. Deutsche Nationalisten sollten ihre Hoffnungen, die sie mit Rußland verknüpfen, vorerst ruhen lassen und selbst für die bessere Zukunft ihres Landes kämpfen. Auch in Bezug auf Nah-Ost Staaten, geben wir Ihnen Recht: als Gegengewicht zu den USA kann man sie nicht ernst nehmen und für uns stellen sie mit Ihrer Überbevölkerung auch ein Problem dar.  

Ich möchte Euch abschließend für die Beantwortung meiner Fragen danken und wünschen allen Mitgliedern von VELESOVA SLOBODA alles Gute!

November-Dezember 2008


Die Fragen wurden ausgearbeitet von Torsten und David, geantwortet hat die VELESOVA-SLOBODA-Redaktion.



Kontakt: Fahnenträger / PF 1150 / 06766 Wolfen / Deutschland / www.fahnentraeger.com


Anhang

Den nachfolgenden Text, der die in Frage 2 angesprochene Krise etwas näher beleuchtet, habe ich von der VELESOVA-SLOBODA-Redaktion, mit der Bitte ihn abzudrucken, erhalten:

Die Gründe, die zu der besagten Krise führen werden, sind vor allem in einer falsch geführten Wirtschaftspolitik der russischen Regierung unter Wladimir Putin zu suchen. So investierte diese in den letzten Jahren Gelder, die mit dem Verkauf von Erdöl und Gas verdient wurden, nicht in die eigene Wirtschaft, sondern in die amerikanische, während die für den Transport von Gas und Erdöl verwendeten Pipelines, seit dem Zusammenbruch der SU weder gewartet noch neue Quellen erschlossen wurden.

Nunmehr sind die Quellen verbraucht und die Russische Föderation wird in den nächsten Jahren nicht imstande sein, die mit den europäischen Kunden vereinbarten Mengen zu liefern. Es sein denn, die Lieferungen auf dem Binnenmarkt werden reduziert. Dies hätte allerdings Preiserhöhungen für Erdöl und Gas in Rußland zur Folge, was sich wiederum negativ auf die Gesamtwirtschaft der RF auswirken würde. Einige russische Konzerne haben ernorme Schulden im Ausland gemacht. In Zahlen ausgedrückt belaufen sich diese auf momentan ca. 600 Mrd. Dollar.

Die Großstädte werden bis zu 60% mit importierten Lebensmitteln versorgt. Die eigene Landwirtschaft ist kaputt. In der letzten Zeit sind aus den Läden bereits viele Lebensmittel verschwunden!

Die Erdölpreise sind drastisch gefallen und werden weiter fallen. Das wird auf den Haushalt 2009 entsprechende Auswirkungen haben.

Um den Rubel stabil zu halten, verkauft die Zentralbank die letzten Goldreserven. Diese Maßnahme wird aber den Rubel nicht lange retten können. Spätestens im Frühjahr 2009 wird er zusammenbrechen und bald statt 25 -> 50 Rubel / 1 Dollar kosten oder sogar mehr. Das wird zu mehr Armut in der Bevölkerung führen.

Der Separatismus innerhalb der Russischen Föderation wird immer stärker und irgendwann zu deren Zerfall führen.

Über die Krise im Jahr 2012 sprechen einige Analytiker in Rußland, wenn auch diese Angabe nicht 100%, aber sehr wahrscheinlich ist.

Zwei interessante Artikel zu diesem Thema u.a. von Dr. Chomjakow, können unter www.velesova-sloboda.info nachgeschlagen werden: Die Energie des Zerfalls und Die Energieprobleme und die Zukunft Rußlands


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